Geschichte von Brosewitz

Da die Geschichte von Brosewitz eng mit der von Klein-Oels verknüpft ist, erscheinen öfters auch Hinweise auf die Johanniter-Kommende Klein-Oels. 

1175:
Ersterwähnung als Brozte in einer Schenkungsurkunde für das Kloster Leubus (7.). Es ist allerdings unsicher, ob es sich wirklich um Brosewitz handelt (1. S. 193):

1201:
10. August: Papst Innozenz III. bestätigt dem Kloster Leubus seine Besitzungen, u. a. das Gut bei Prozton (Brosewitz?) (7.)

1226:
Herzog Heinrich I. schenkt den Templern Olesnicz (Klein-Öls) (1. S.282)

1240:
10. Februar: Bischof Thomas von Breslau bestätigt die Erlaubnis zur Aussetzung des Dorfes Brosewitz an Deutsche durch die Templer von Klein-Öls (1., 7., 8.)

1288:
Friedrich Sylvester, Präceptor des Templer-Ordens bestimmt, dass die Bauern in dem Ordensdorfe Brosewitz von jeder Hube jährlich einen Malter Korn und 8 Scot an die Tempelherren in Klein-Öls entrichten. (1., 8.)

1312:
Der Orden der Templer wird vom Papst verboten und aufgelöst.

1314:
Die ehemalige Templer-Kommende Klein-Öls und damit auch das Dorf Brosewitz gehen in den Besitz des Johanniter-Ordens über.

1315:
31. Mai: Nennung der Kirche in Brosecz in einer Urkunde des Heinrich, Bischof von Breslau (4.)


1335:
Nennung im Zehnt-Register des päpstlichen Nuntius (8.)

1470:
Friedrich I., "Herzog in Schlesien, Herzog zur Liegnitz und und zur Olaw" lässt ein Verzeichnis anlegen, in dem die Verpflichtungen der Dörfer und Städte im Kriegsfall niedergelegt sind. Marienau, Hermstorf und Brosewitz müssen drei Wagen und dreißig Fußgänger stellen. (8.)

1534:
Die Reformation hält Einzug im Fürstentum Brieg, die Dörfer der Kommende Klein-Öls werden protestantisch. (5.)

1593:
Im Rahmen der Gegenreformation in Person des Komturs von Klein-Öls, Hans von Mettich und Tschetschau, werden die Kommendedörfer wieder katholisch, was zu Unruhen führt. Unter der Führung der Scholzen von Niehmen und Günthersdorf und des Bauern Hans Überschär ("Scherhans") aus Brosewitz werden die katholischen Priester gewaltsam aus dem Dorf gejagt. Die Anführer mussten dafür in Klein-Öls in den Kerker. Letztlich konnte die Rekatholisierung der Kommendedörfer nicht verhindert werden. (3./5./11. S.166f)

1609:
Anläßlich der Visitation der Kommende Klein-Öls vom 2. bis zum 16. Oktober 1609 erweist sich Brosewitz als zweisprachig. Die Predigten in der Pfarrkirche werden zuerst auf polnisch, dann auf deutsch gehalten. Weil deshalb die deutschsprachigen Kirchgänger immer auf die Predigt warten müssen, wird vom Visitator verfügt, dass die Predigten abwechselnd in deutsch und polnisch zu halten sind (10.).

1632:
"Ursula Simon Kranches Weib hat sich In Diebstahl vergriffen. In dem Sy aus der Kirchen zu Brositz (Brosewitz) Einem armen Weib zwei Bälchen Leimet (Leinwand) undt zwey Bettuch entwendet welches Sy restutiieret: Sol zur Straffe drey Sontage für der Kirchen Im faust stocke stehn. ( Also drei volle Sonntage, ob kalt oder warm, vor der Kirche in einem Holzverschlage stehen, mit den durch 2 Löcher durchgefesselten Händen und Füßen.)
Actum 25 May Anno 1632" (zitiert nach 3. S. 121)

1646:
Am 3.12.1646 lagert die schwedische Armee unter General Wittenberg bei Brosewitz und Gaulau und zieht am 5.12. weiter nach Ohlau. Da sich damals die Soldaten vor Ort versorgten, bedeutete der Durchzug einer Armee meist, dass die Bevölkerung die Soldaten zu versorgen hatten, bzw. die Soldaten sich nahmen, was sie brauchten. (19, S. 199)

1656:
Nach dem 30-jährigen Krieg und der Pest siedeln sich neue Siedler aus Groß-Polen in Brosewitz an, da viele Hofstellen wüst sind. Dadurch erklärt sich, dass sich die polnischen Sprache in Brosewitz lange hält (2., 16. S. 293). Schönwälder unterstützt diese These, bezieht sich aber ausdrücklich auf Zimmermann (17, Bd. 1 S. 17). An anderer Stelle wird dies allerdings bestritten (15. S. 166). Es handele sich bei den slawisch Sprechenden südwestlich von Ohlau um Überreste der vor der deutschen Kolonisation dort sesshaft gewesen Slensane. Warum diese allerdings gerade hier nicht wie in anderen Teilen Mittelschlesiens assimiliert wurden, erklärt diese Quelle nicht.

1669:
Da es in der benachbarten Stadt Strehlen keinen katholischen Gottesdienst mehr gibt, kommen die katholischen Bürger der Stadt nach Brosewitz zur Messe. Ab 1669 werden sie dort auch für mehrere Jahre die Kirchenbücher für die katholischen Stehlener geführt. (20, S. 178)
Im gleichen Jahr beschwert sich der Müller von Wansen beim Bischof, dass er wegen Wassermangels niemals in 2 Gängen und von Pfingsten an , "als die Browewitzer das Wasser abgewendet", überhaupt nicht habe mahlen können. (19, S. 341)

1677:
Die Pfarrer aus Brosewitz und Marienau werden in Strehlen zur Hinrichtung einer Brandstifterin "zugelassen". Da es in Strehlen keinen katholischen Priester gibt, nehmen die beiden anscheinend einer katholischen Brandstifterin vor der Hinrichtung die letzte Beichte ab und sprechen den letzten Segen. (20, S.178f)

1678:

Aus dem Urbarium der Hochritterlichen Commenda Klein-Oelß:

Zum Dritten.

Brosewitz.

Das Dorff Broßwitz, lieget 5 viertel Meil von dem Ritterlichen Hausee und 3/4 Meil von der Stadt Strählen zwischen Mittag und Sonnen untergang, ist der Commenda gänzlich zuee gehörig und keiner andern Herrschafft unter worffen.
Darinnen ist eine Pfarr Kirchen St. Jacobo Consecriret, ganz von Stein gebauet undt bloß über der Sacristey mit schindeln, sonsten über undt über mit Ziegeln gedecket. Hat inwendig drey Altare Darunter das große schön geziehret.
Der Thurm ist von mittelmäßiger Höhe. halbgemauert und halb von Holtz gebauet. mit schindelnbedecket undt im hangenden 2 Mittelmäßigen Glocken.
Der Kirch Hoff ist umb undt umb mit Wasser umbfast. Die Kirche hat ihre eigenen Einkommen. Davon Sie mit Hülf der eingepfarreten Unterthanen Bau ständig gehalten wirth. Der Pfarrer wirdt von dem Herren Commendator alß Obrigkeit und Collator da hingesezet, hat seine eigene Wirdtschafft, bestehend in einer Hube Ackers, da zu gehörigen Wießen und der gleichen undt seine ehrlich Einkommen Dacimas von den einge pfarreten frembden Dorffschaften, als dasindt Birkkrätscham, Groschwitz, Lortzendorff, Krippitz, Tsanschwitz, Ullschau, sambt dem Adeligen forwerg Maßwitz, undt Dorff Plohe, durch welche er garwohl unterhalten wirdt.
Der Pfarr Hoff, sambt dem Schreiber Hauße, lieget unweith der Kirchen, wirdt von den unterthanen des Dorffes bauständig gehalten, ist ein höltzernes mit Stroh bedecktes Gebeu, sonsten aber mit aller Bequemlichkeit versehen.
Der Schull Maister oder Schreiber, wirdt von den unterthanen und Accidentien unterhalten.
Die Kirchen Raittung wirdt von den vorsteher jährlichen umb Weyhnachten ins Ambt abgeleget daselbst residiret, undt in richtige Ordnung gebracht.
Bey diesem Dorff an der Wansauischen Gräntze sindt auch 44 Morgen Obrigkeithliche Wießen, welche jährlich sambt der Fischerei den Unterthanen daselbst vermittet werden.
Sonsten lieget es in guttem ebenen Waitzen Boden undt zwischen lauter frembden Gründen, gränzet mit Wansen, Sporwiz, Tschanschwitz, Krippwitz, Ullsche, Lortzendorff undt Gaulau, ist aber mit Gränz Reynen undt Steinen überall wohl versehen. (3, S. 163)

Anschließend werden noch die Bauern und Gärtner namentlich aufgeführt und die an die Kommende abzuführenden Zinsen .

1688:
Der Pfarrer aus Brosewitz tauft in Strehlen in Ermangelung einer katholischen Kirche im "Renthause". (20, S.178f)

1729:
In diesem Jahr beginnt der Tabakanbau in Brosewitz. Im Umland wird schon seit 1660 Tabak angebaut. (19, S. 337)