Geschichte von Brosewitz unter preußischer Herrschaft

1741:
Auf der Ohlauischen Landeszusammenkunft am 2. März 1741 "klaget wehemüthigst der Brosewitzer Schultz nebst noch zwey Baueren, wie dass diese erst abgewichenen Monath Februar durch Verwahrlosung einer Dienst-Magdt in Grundt ausgebrennet seye". Sie bitten, das Getreide, dass bereits eingelagert sei, ihnen zur Sommer-Saat überlassen werde. Beschluss: Man trage mit den Beschädigten großes Mitleid, könne ihrer Bitte wegen des Krieges aber nicht nachkommen. (Es handelt sich um den ersten schlesischen Krieg 1741) (13., S. 326)

1761:
Im dritten schlesischen Krieg - auch siebenjähriger Krieg - treiben Kosaken im August das ganze Vieh in Lorzendorf und Brosewitz weg. (20, S. 564)

 

Die Abbildung der Kirche von Brosewitz im Wernher (6.)
"Brosewitz auch Prosewitz genant, mit einer Kirch, ein kleine meil von Strehlen, an der straß nach Ohlau zu"

 

 

 

 

 

Der Kreis Ohlau im Fürstentum Brieg um 1750:
Brosewitz liegt im Südwesten des Kreises (6.)

 

1783:
"Brosewiz, gehöret ebenfals zur Kommende Klein-Oels, liegt zwey Meilen von Olau, eine von Strehlen, und bestehet aus einer katholischen Kirche, wovon im Werner eine Abbildung; einem Pfarrhause, einem Schulhause, 15 Bauern, 33 Gärtnern und Häuslern. Die Anzahl der Einwohner beträgt 330, sie reden lieber polnisch als deutsch und sind katholisch." (2.) 

1786:
300 katholische Einwohner, keine evangelische, bis Ende des 17. Jhdt. sei die Sprache polnisch gewesen (3.).

1810:
Im Rahmen der Säkularisation wird die Malteser-Kommende Klein-Öls aufgelöst, Grundherr wird der König von Preußen.

1814:
Die ehemalige Kommende Klein-Öls wird vom König von Preußen dem Grafen Yorck von Wartenberg für seine Verdienste in den Befreiungskriegen gegen Napoleon geschenkt.

1819:
An Feuerstellen finden sich im Dorf : 1 Kretscham, 15 Bauengüter, 8 Freigärtnerstellen, 15 Dreschgärtnerstellen, 9 Freihäuslerstellen, 2 dienstbare Häuslerstellen, 1 Schmiedewohnung und 33 weitere Feuerstellen. Im Dorf wohnen 213 Männer und 234 Frauen. Davon sind 10 Lutheraner und 437 Katholiken, also 447 Einwohner. Es findet sich eine katholische Mutterkirche, die auch für Lorzendorf, Graschwitz, Krausenau und Chursangwitz als Kirche dient. Der Superintendent für Brosewitz heißt Hilge aus Ohlau, das Archipresbyrat hat Pfarrer Kummer in Wansen. Die katholische Schulinspektion hat Pfarrer Scholz in Hennersdorf inne. Grundherr ist der General Graf York von Wartenberg (Klein-Oels), Gerichtsherr Justitiarius Salzbrunn in Bischwiz. Das Steueramt befindet sich in Wansen, die nächste Post in Ohlau. Das Dorf liegt 2 1/2 Meilen von der Kreisstadt (Ohlau) und 5 Meilen von Breslau. (14.,S.234ff.)

1838:
In der Herrschaft Klein-Oels, so auch in Brosewitz, grassiert die Maul- und Klauenseuche (18, S. 232)

1839:
In Brosewitz brennen die Erbscholtisei und mehrere Gehöfte ab (18, S. 232)

1841:
Der "würdige greise" Schullehrer Joser Thiel feiert sein 50-jähriges Amtsjubiläum und wurde "durch die Gnade Sr. Majestäts des Königs mit dem allgemeinen Ehrenzeichen geschmückt".

1845:
570 Einwohner, davon 18 evangelisch

1866:
Die Cholera wütet in Brosewitz. Es wird ein Cholera-Friedhof außerhalb des Ortes auf freiem Felde angelegt, in dem 16 - 17 Tote beerdigt werden (3.).

1905:
618 Einwohner

1914/18:
Im I. Weltkrieg fallen 23 Brosewitzer (3. S. 146)

1920:
565 Katholische, 35 Evangelische, eine katholische Kirche, eine kath. Schule, zwei Lehrer, evang. gehen nach Ruppersdorf/Kr. Strehlen (12, S. 229)

1925:
570 katholische, 44 evangelische Einwohner

1941:
571 Einwohner

1945:
März: Flucht der Einwohner von Brosewitz vor der Roten Armee
Mai/Juni: Rückkehr der Einwohner (9.)

1946:
10. August: Ausweisung der Deutschen durch die Polen (9.)

  

Quellen:

  1. Heyne, Johann: Dokumentirte Geschichte des Bisthums und Hochstiftes Breslau, Erster Band, Breslau 1860, S. 282f
  2. Zimmermann, Friedrich Albert: Beiträge zur Beschreybung von Schlesien, Erster Band, Heft 3, Brieg 1783
  3. Neugebauer, Paul: Spaziergänge in und um Klein-Öls, Ohlau, 1924
  4. Codex diplomaticus silesiae, Band 16, Regesten zur schlesischen Geschichte, 1301 bis 1315, Breslau 1892
  5. Jahrbuch des Bundesinstituts für ostdeutsche Kultur und Geschichte, Band 1, 1993, S. 46
  6. Wernher, Friedrich Bernhard: Topographia oder Prodromus Delineati Principatus Lignicensis Bregensis, et Wolawiensis ..., 1750-1800
  7. Codex diplomaticus silesiae, Band 7, Teil 1, Regesten zur schlesischen Geschichte, bis zum Jahre 1250, Breslau 1884
  8. Günther, Heinz: Kreis und Stadt Ohlau in Schlesien von den Anfängen bis zum Jahre 1521, St. Michael 1982
  9. Kaps, Johannes: Die Tragödie Schlesiens 1945/46 in Dokumenten, München 1955
  10. Sawatzki, Elmar: Das Vorkommen der polnischen Sprache in Mittel- und Niederschlesien im 17. und 18. Jahrhundert unter Berücksichtigung der Visitationsberichte der Diozöse Breslau, Inaugural-Dissertation, Aachen 1973
  11. Schoenborn, Heinrich: Geschichte der Stadt und des Fürstentums Brieg: ein Ausschnitt aus der Geschichte Schlesiens, Brieg 1907
  12. Silesia sacra: historisch-statistisches Handbuch über das evangelische Schlesien, Görlitz 1927
  13. Scriptores rerum Silesiacarum, Band 5, Breslau 1851
  14. Statistisch-topographische Übersicht des Departements der Königlich Preußischen Regierung zu Breslau, Breslau 1819
  15. Petry, L. und Menzel, J. (Hrsg.): Geschichte Schlesiens, Band 2, Die Habsburgerzeit 1526-1740, Darmstadt 1973
  16. Lötsch, Kunstdenkmäler Schlesiens,
  17. Schönwälder, Die Geschichte der Piasten zum Briege, 3 Bände
  18. Stehr, Chronik der ... Klein-Oels ..., Breslau 1845
  19. Engelbert, K.: Geschichte der Stadt Wansen und des Wansener Haltes, Ohlau 1927
  20. Görlich, F.: Geschichte der Stadt Strehlen in Preußisch- Schlesien, Breslau 1853